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Blog der Doktorandinnen und
Doktoranden am Dubnow-Institut

Thomas Brasch in seiner Berliner Wohnung in der Grolmanstraße 1991, Privatarchiv Christoph Rüter

Unkündbare Beziehungen

Sozialismus und Dissidenz in der Familie Brasch

Am 30. März 1968 schreibt der Dichter, Bühnenautor und Regisseur Thomas Brasch (1945–2001) aus Westberlin an seinen in Ostberlin lebenden Vater einen Brief, dessen Inhalt einen bemerkenswerten Blick auf ein deutsch-jüdisches Kapitel im 20. Jahrhunderts freilegt: das der jüdisch-kommunistischen Migration in die DDR, der jüdisch-biografisch bedingten ideologischen Anbindung an das »bessere Deutschland.«

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Paul Kraus auf dem Titelblatt von al-Jumhour vom 1. März 1943 im Kreise libanesischer Literaten, Gelehrter, Journalisten und Politiker in Beirut. University of Chicago Library und Jenny Strauss Clay.

Am 13. Oktober 1944 versammelte sich eine kleine Gruppe von Intellektuellen, Politikern und religiösen Würdenträgern in der sephardischen Synagoge Sha’ar Hashamayim im Zentrum Kairos. Anlass war die Beerdigung des jungen Universitätsdozenten Paul Kraus, der sich, gerade einmal 39-jährig, am Vortag das Leben genommen hatte.

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Buchcover von Fritz Stern, Gold und Eisen. Bismarck und sein Bankier Bleichröder, Erstausgabe von 1978, Ullstein Verlag, Gestaltung Hansbernd Lindemann.

1977 erschien Fritz Sterns Studie über Otto von Bismarck und seinen Bankier Gerson von Bleichröder unter dem Titel Gold and Iron in den USA und kurz darauf in Deutschland als Gold und Eisen. Historiker in beiden Ländern verstanden das Werk durchaus unterschiedlich. Ihre Interpretationen ermöglichen Rückschlüsse über die Ausrichtung der deutschen und amerikanischen Geschichtswissenschaft in den späten 1970er Jahren.

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Postcard written by Isak Wurman from Pomérols, France to the Hebrew University of Jerusalem

The individual application of Isak Wurman to the Hebrew University hints to the experience of migration and flight clearly evident in the student applications received by the Hebrew University from young European Jews prior to the State of Israel’s establishment.

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Franz West in »Wien Retour«. Bild mit freundlicher Genehmigung von Ruth Beckermann Filmproduktion.

In ihrem dokumentarischen Portrait des Politikers und Journalisten Franz West, Wien Retour, schildert die jüdische Filmemacherin Ruth Beckermann dessen Kindheit und Jugendzeit in der Wiener Leopoldstadt und seine politische Sozialisation im »Roten Wien« der 1920er und 1930er Jahre.

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The National Library of Israel, Archives Department, Archive of Uriel Tal. Permission to upload was granted by the family of Uriel Tal and the National Library of Israel.

The correspondences of historian Uriel Tal confronts us with questions concerning the relationship between the structure of analogical reasoning, which he carefully applied, and the normative principles guiding his work. A letter to his colleague Isaiah Berlin in the summer of 1981 provides a few hints.

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Mimeo, ein mit einem Mimeografen vervielfältigtes Schriftstück, verweist als Namensgeber des Blogs auf die heute nicht mehr gebräuchliche mechanische Reproduktion von Manuskriptentwürfen. Als vorläufige und in Arbeit befindliche Manuskripte dienten sie einem Verständigungsprozess, den wir im Medium des Blogs aufgreifen wollen.Mehr lesen
Ratibor, Germany, books confiscated by the ERR unit (1939–1945). © FA 1 73/74, Yad Vashem.

Somewhere between 1943 and 1944, Nazi ideologue Alfred Rosenberg must have asked his subordinates to take a picture of the new depot for plundered cultural property in Ratibor. The photograph became both a testimony to Nazi crimes and a part of the commemoration of postwar cultural reconstruction.

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Artur Kowalski im Karl-Marx-Haus 1966/67 in Trier ©Henri Kowalski

Ein »typowy Kosmopolita« sei Artur Kowalski, dem es an Verbundenheit zu Polen mangele und der die polnischen Interessen unzureichend vertrete, heißt es in dem abgebildeten geheimen Dossier des polnischen Innenministeriums. Seine Tätigkeit als Auslandskorrespondent in Deutschland sei mangelhaft, da er häufig Jiddisch statt Deutsch spreche.

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The Benin House around 1947 © Courtesy of Dana Sokoletsky

On the corner of Rothschild Boulevard and Nachlat Binyamin Street in downtown Tel Aviv stands an office building: the Benin House. Dwarfed today by skyscrapers, in its day it was an urban landmark, built in the International Style by architect Zaki Chelouche.

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Consul Chaim Yahil greeted by children of Traunstein DP camp. Published in: Das Wort, 8 April 1949, page 4. The Central Zionist Archives, A382/1.

​On the afternoon of May 14, 1948, while the People’s Council headed by David Ben-Gurion convened in Tel Aviv to declare the establishment of the State of Israel, members of the »Palestinian Delegation to the Surviving Remnant [of European Jewry]« gathered around radios at the Jewish Agency’s headquarters in Möhlstraße in Munich to listen to this declaration.

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Brief von Hannah Arendt an Käte Hamburger, 21. Juni 1971. © Deutsches Literaturarchiv Marbach, A: Hamburger 91.4.539. Mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Literaturarchivs Marbach und Georges Borchardt, Inc.

Nachdem Hannah Arendt im Frühjahr 1971 die kleine Schrift »Rahel und Goethe« gelesen hatte, schrieb sie an die Verfasserin, die 1956 aus dem schwedischen Exil in die Bundesrepublik zurückgekehrte Literaturwissenschaftlerin Käte Hamburger, einen empörten Brief.

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Anne Brannys, Verweise als Wege (2017)

Mimeo, ein mit einem Mimeografen vervielfältigtes Schriftstück, verweist als Namensgeber des Blogs auf die heute nicht mehr gebräuchliche mechanische Reproduktion von Manuskriptentwürfen. Als vorläufige und in Arbeit befindliche Manuskripte dienten sie einem Verständigungsprozess, den wir im Medium des Blogs aufgreifen wollen.

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