Mimeo

Blog der Doktorandinnen und
Doktoranden am Dubnow-Institut

Georg Heuberger führt Helmut Kohl und Wolfram Brück während der Eröffnung des Museums durch die Ausstellung ©Rafael Herlich

Das Frankfurter Jüdische Museum

Eine Erinnerung an seine Gründung im Jahr 1988

Die Gründungsfeierlichkeiten des Frankfurter Jüdischen Museums im Jahr 1988 waren kein rein städtisches Ereignis. Die Entstehung und Eröffnung der Einrichtung, die dieser Tage erneut im Fokus des allgemeinen Interesses steht, war bereits vor über drei Jahrzehnten aufgrund ihres singulären Charakters in Westdeutschland eine Besonderheit. Ein Umstand, der seinerzeit auch durch die Wahl des Eröffnungsdatums unterstrichen wurde: es war der 9. November 1988.

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Löwenthal at the Voice of America, ca 1950

Kurz nachdem Leo Löwenthal im November 1953 von einer Europareise nach New York zurückgekehrt war, schrieb er Manfred George, dem Chefredakteur der Emigrantenzeitung Aufbau, um ihm »noch sehr viele Jahre des ›Aufbaus‹« zu wünschen.

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In late October 1947, the Jewish émigré and art historian Guido Schönberger received an odd letter from fellow art historian and dealer Hildebrand Gurlitt. His initially innocuous-seeming request to Schönberger was highly unusual and actually pretty impertinent.

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Portbou, Mapa de Investigación, 2004 © David Mauas

Ende September 1940 nahm sich Walter Benjamin auf der Flucht vor den Nationalsozialisten im spanisch-französischen Grenzort Portbou das Leben. Die Faszination, die auch heute noch von ihm ausgeht, ist in hohem Maße auch mit dem Ende seines Lebens verbunden.

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David P. Boder visits Dachau, David Pablo Boder Papers (Collection 1238). Library Special Collections, Charles E. Young Research Library, UCLA

Im Interview des lettisch-amerikanischen Psychologen David P. Boder mit dem Holocaustüberlebenden Isaac Wolf geraten die Interessen des Forschers und die individuellen Bedürfnissen des Befragten in Konflikt.

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Resolution on the situation in Germany adopted by the World Jewish Conference in August 1934, Yad Vashem Archives P.13/152

In August 1934, Jewish delegates from twenty countries congregated at the Bureau Central in Geneva for the third preparatory World Jewish Conference. The representatives  had accepted Nahum Goldmann’s invitation to push forward with the founding of a new transnational Jewish advocacy organization.

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Mimeo, ein mit einem Mimeografen vervielfältigtes Schriftstück, verweist als Namensgeber des Blogs auf die heute nicht mehr gebräuchliche mechanische Reproduktion von Manuskriptentwürfen. Als vorläufige und in Arbeit befindliche Manuskripte dienten sie einem Verständigungsprozess, den wir im Medium des Blogs aufgreifen wollen.Mehr lesen
Edmund Eisler, Ein Zukunftsbild, Nathan M. Gelber Collection, Central Archives for the History of the Jewish People, P83-I-154

In 1885 Edmund Eisler, a Jew from Austria-Hungary, published the utopian novel Ein Zukunftsbild. Ein romantisches Gemälde which he later compared to Herzl’s vision of a Jewish State.

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Der Tag – Extra Ausgabe – Revolverattetat auf Hugo Bettauer. Bekanntmachung, 1925 © Bildarchiv Austria/Österreichische Nationalbibliothek

In den frühen 1920er Jahren kreuzen sich die Lebenswege von Béla Balázs und Hugo Bettauer in Wien. Ihre Bekanntschaft währt im antisemitisch aufgeheizten Klima der Ersten Republik nur kurz: als Balázs für seinen Redaktionskollegen öffentlich eintreten will, wird seine Fürsprache zu einem unfreiwilligen Nachruf.

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Gutachten von Claude David

Als der Pariser Germanist Claude David im Sommer 1964 gefragt wurde, ob er ein Gutachten für eine neue literaturwissenschaftliche Professur erstellen könne, hatte die Kommission an der Freien Universität Berlin das Feld schon auf zwei Kandidaten eingeschränkt. Sein Gutachten verweist nicht nur auf die Lebensgeschichten zweier Exilanten, es deutet auch auf die Neuausrichtung der Literaturwissenschaft an der FU hin.

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Günther Anders vor einer Trümmerlandschaft in der Wrocławer Innenstadt, Sommer 1966 © Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien

Mehr als ein Jahrzehnt vor ihrer politischen Zusammenarbeit im Vietnam War Crimes Tribunal Mitte der 1960er Jahre schrieb Günther Anders im Jahr 1954 an Jean-Paul Sartre als Herausgeber der Zeitschrift Les Temps Modernes. Denn Anders hatte die Absicht in der vielleicht wichtigsten Zeitschrift der literarisch-politischen Szene Frankreichs seine Tagebuchnotizen Ruinen heute in französischer Sprache zu publizieren.

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Seite aus Maidon Horkheimers Notizbuchblättern. Archivzentrum der Universitätsbibliothek J. C. Senckenberg, Nachlass Max Horkheimer, Abb. aus: Birgit Erdle, Maidon Horkheimers Album Photographs, in: Anke Kramer und Annegret Pelz (Hgg.), Album. Organisationsform narrativer Kohärenz, Göttingen 2013, 168–190, hier 183.

Im New Yorker Exil wie in Pacific Palisades arbeitete Maidon Horkheimer an Collagen, die unter anderem auf den “inneren Kreis” des Instituts für Sozialforschung verwiesen und von denen sie einige in Form eines Albums als Geschenk für Max Horkheimer konzipierte. Am 14. Februar 2020 jährt sich sein Geburtstag zum 125. Mal.

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Benjamin B. Ferencz stellt als Ankläger im Nürnberger Einsatzgruppenprozess seinen Fall vor © United States Holocaust Memorial Museum

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war der amerikanische Soldat Benjamin B. Ferencz  eng in die Anklage des Internationalen Militärtribunals (IMT) gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher eingebunden.

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Löwenthal im Gespräch mit Brandt © J. H. Darchinger/Friedrich-Ebert-Stiftung

Im Nachlass Richard Löwenthals findet sich die Übersetzung eines Interviews, das der deutsch-jüdische Intellektuelle Ende 1971 der israelischen Journalistin Yoella Har-Shefi gab. Seine Antwort auf die Frage »welche Rolle das Judentum« in seinem Leben gespielt habe, warf neue Fragen auf.

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Thomas Brasch in seiner Berliner Wohnung in der Grolmanstraße 1991, Privatarchiv Christoph Rüter

Am 30. März 1968 schreibt der Dichter, Bühnenautor und Regisseur Thomas Brasch (1945–2001) aus Westberlin an seinen in Ostberlin lebenden Vater einen Brief, dessen Inhalt einen bemerkenswerten Blick auf ein deutsch-jüdisches Kapitel im 20. Jahrhunderts freilegt.

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Paul Kraus auf dem Titelblatt von al-Jumhour vom 1. März 1943 im Kreise libanesischer Literaten, Gelehrter, Journalisten und Politiker in Beirut. University of Chicago Library und Jenny Strauss Clay.

Am 13. Oktober 1944 versammelte sich eine kleine Gruppe von Intellektuellen, Politikern und religiösen Würdenträgern in der sephardischen Synagoge Sha’ar Hashamayim im Zentrum Kairos. Anlass war die Beerdigung des jungen Universitätsdozenten Paul Kraus, der sich, gerade einmal 39-jährig, am Vortag das Leben genommen hatte.

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Buchcover von Fritz Stern, Gold und Eisen. Bismarck und sein Bankier Bleichröder, Erstausgabe von 1978, Ullstein Verlag, Gestaltung Hansbernd Lindemann.

1977 erschien Fritz Sterns Studie über Otto von Bismarck und seinen Bankier Gerson von Bleichröder unter dem Titel Gold and Iron in den USA und kurz darauf in Deutschland als Gold und Eisen. Historiker in beiden Ländern verstanden das Werk durchaus unterschiedlich.

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Postcard written by Isak Wurman from Pomérols, France to the Hebrew University of Jerusalem

The individual application of Isak Wurman to the Hebrew University hints to the experience of migration and flight clearly evident in the student applications received by the Hebrew University from young European Jews prior to the State of Israel’s establishment.

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Franz West in »Wien Retour«. Bild mit freundlicher Genehmigung von Ruth Beckermann Filmproduktion.

In ihrem dokumentarischen Portrait des Politikers und Journalisten Franz West, Wien Retour, schildert die jüdische Filmemacherin Ruth Beckermann dessen Kindheit und Jugendzeit in der Wiener Leopoldstadt und seine politische Sozialisation im »Roten Wien« der 1920er und 1930er Jahre.

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The National Library of Israel, Archives Department, Archive of Uriel Tal. Permission to upload was granted by the family of Uriel Tal and the National Library of Israel.

The correspondences of historian Uriel Tal confronts us with questions concerning the relationship between the structure of analogical reasoning, which he carefully applied, and the normative principles guiding his work. A letter to his colleague Isaiah Berlin in the summer of 1981 provides a few hints.

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Ratibor, Germany, books confiscated by the ERR unit (1939–1945). © FA 1 73/74, Yad Vashem.

Somewhere between 1943 and 1944, Nazi ideologue Alfred Rosenberg must have asked his subordinates to take a picture of the new depot for plundered cultural property in Ratibor. The photograph became both a testimony to Nazi crimes and a part of the commemoration of postwar cultural reconstruction.

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Artur Kowalski im Karl-Marx-Haus 1966/67 in Trier ©Henri Kowalski

Ein »typowy Kosmopolita« sei Artur Kowalski, dem es an Verbundenheit zu Polen mangele und der die polnischen Interessen unzureichend vertrete, heißt es in dem abgebildeten geheimen Dossier des polnischen Innenministeriums. Seine Tätigkeit als Auslandskorrespondent in Deutschland sei mangelhaft, da er häufig Jiddisch statt Deutsch spreche.

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The Benin House around 1947 © Courtesy of Dana Sokoletsky

On the corner of Rothschild Boulevard and Nachlat Binyamin Street in downtown Tel Aviv stands an office building: the Benin House. Dwarfed today by skyscrapers, in its day it was an urban landmark, built in the International Style by architect Zaki Chelouche.

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Consul Chaim Yahil greeted by children of Traunstein DP camp. Published in: Das Wort, 8 April 1949, page 4. The Central Zionist Archives, A382/1.

​On the afternoon of May 14, 1948, while the People’s Council headed by David Ben-Gurion convened in Tel Aviv to declare the establishment of the State of Israel, members of the »Palestinian Delegation to the Surviving Remnant [of European Jewry]« gathered around radios at the Jewish Agency’s headquarters in Möhlstraße in Munich to listen to this declaration.

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Brief von Hannah Arendt an Käte Hamburger, 21. Juni 1971. © Deutsches Literaturarchiv Marbach, A: Hamburger 91.4.539. Mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Literaturarchivs Marbach und Georges Borchardt, Inc.

Nachdem Hannah Arendt im Frühjahr 1971 die kleine Schrift »Rahel und Goethe« gelesen hatte, schrieb sie an die Verfasserin, die 1956 aus dem schwedischen Exil in die Bundesrepublik zurückgekehrte Literaturwissenschaftlerin Käte Hamburger, einen empörten Brief.

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Anne Brannys, Verweise als Wege (2017)

Mimeo, ein mit einem Mimeografen vervielfältigtes Schriftstück, verweist als Namensgeber des Blogs auf die heute nicht mehr gebräuchliche mechanische Reproduktion von Manuskriptentwürfen. Als vorläufige und in Arbeit befindliche Manuskripte dienten sie einem Verständigungsprozess, den wir im Medium des Blogs aufgreifen wollen.

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